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MS-Therapiezentrum

Warum es bei den Eskimos keine Multiple Sklerose gab

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Die Multiple Sklerose wird zu den Autoimmunerkrankungen gezählt, doch die Krankheitsmechanismen sind komplizierter als gedacht. Viele Indizien, u.a. die enorme Zuwachsrate in einigen westlichen Ländern, unterstreichen einmal mehr, dass die Ernährung offenbar ein ernst zu nehmendes Kriterium für den Krankheitsfortschritt zu sein scheint. Bei den Inuit war Multiple Sklerose  gänzlich unbekannt bis zu dem Zeitpunkt, an dem sie den westlichen Lebensstil immer mehr in ihr Leben integrierten. Was auch immer die Ursachen sein mögen: Mit einer speziellen Ernährung lässt sich der Verlauf der MS günstig beeinflussen.

Seit vielen Jahrzehnten gibt es Untersuchungen zu einem möglichen Zusammenhang von einzelnen Nahrungsmittel und MS. Zwei Beobachtungen waren dafür der Auslöser: Zum einen wurde während des zweiten Weltkrieges ein ausgeprägter Rückgang von MS-Neuerkrankungen registriert. Zum anderen waren die Multiple Sklerose und andere chronische Erkrankungen bei Grönland-Eskimos praktisch unbekannt. Daher vermutete man, dass sowohl die Menge der Nahrungsfette als auch ihre chemischen Besonderheiten diese Phänomene erklären könnten.

In einer Studie über mehr als 30 Jahre wurde nachgewiesen, dass eine Diät mit extrem niedrigem Fettgehalt von weniger als 20 g pro Tag die Verschlechterungs- und Sterberate von MS-Patienten deutlich senkte. Durch eine Reihe von Untersuchungen zur Verbreitung der Krankheit entstand der Eindruck, dass die MS-Häufigkeit im Zusammenhang zur Menge gesättigter Nahrungsfette stehen könnte. Biochemische Grundlagenforschung zeigte jedoch, dass die mehrfach ungesättigten Fettsäuren entscheidend sein mussten.

Medizinisch bedeutsam ist die Unterscheidung der Fettsäuren in folgende Gruppen:

  • Gesättigte Fettsäuren (z.B. Palmitinsäure)
  • Einfach ungesättigte Fettsäuren (z.B. Ölsäure, reichlich in Olivenöl vorhanden)
  • Mehrfach ungesättigte Omega-6-Fettsäuren (auch n-6-Fettsäuren genannt) mit den wichtigsten Vertretern Linolsäure (pflanzlich) und Arachidonsäure (tierisch)
  • Mehrfach ungesättigte Omega-3-Fettsäuren (n-3-Fettsäuren), dazu gehören die alpha-Linolensäure (pflanzlich) sowie die Fischöle Eisosapentaensäure (EPA) und Docosahexaensäure (DHA)

„Gesättigt“ ist eine Fettsäure, wenn sie keine Doppelbindungen enthält. Sie ist daher relativ „träge“, reagiert nicht leicht. Die Bezeichnung „einfach oder mehrfach ungesättigt“ beschreibt die Anzahl der chemischen Doppelbindungen. Je mehr Doppelbindungen eine Fettsäure enthält, desto vielfältiger sind die Möglichkeiten ihrer biochemischen Umwandlungen. Der Mensch kann die drei Fettsäuregruppen nicht ineinander umwandeln. Er ist jedoch in der Lage, gesättigte und einfach ungesättigte Fettsäuren selbst zu produzieren. Die verfügbare Menge mehrfach ungesättigter Fettsäuren im menschlichen Organismus ist dagegen ausschließlich von der Nahrungszufuhr abhängig.

MS-Therapiezentrum

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67591 Hohen-Sülzen

Tel: 06243-6083 oder 6084
Fax: 06243-6034

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Web: www.ms-therapiezentrum.de

Omega-6- und Omega-3-Fettsäuren müssen daher in ausreichenden Mengen mit der Nahrung zugeführt werden. Sie sind essentiell, also lebensnotwendig. Jedoch hat sich das Verhältnis dieser beiden Fettsäurefamilien in den Industrienationen seit dem zweiten Weltkrieg dramatisch zu den Omega-6-Fettsäuren verschoben. Ausschlaggebend dafür war nicht nur die Verfügbarkeit von Fleischwaren, sondern vor allem der extrem gesteigerte Konsum von Pflanzenölen und Margarine. Während das Verhältnis der beiden Fettsäurefamilien, der sogenannte n-6/n-3-Quotient, in den letzten 10.000 Jahren in der menschlichen Ernährung wahrscheinlich bei etwa 4:1 gelegen hat, ist er in einigen Industrienationen auf 20:1 und mehr emporgeschnellt. Deutschsprachige Ernährungsgesellschaften raten mittlerweile dazu, die Gesamtfettzufuhr zu verringern und ein Verhältnis n-6 zu n-3 von maximal 5:1 anzustreben. Dies soll der allgemeinen Gesundheitsprävention dienen.

Auf die eingangs dargestellten Krankheitsmechanismen der MS üben die Fettsäurefamilien praktisch entgegengesetzte Wirkungen aus:

Omega-6-Fettsäuren, insbesondere die Linolsäure und Arachidonsäure, wirken entzündungsverstärkend, Omega-3-Fettsäuren, etwa aus Fischöl, entzündungshemmend.

Während die n-6-Fettsäure Linolsäure eine Zunahme von Zytokinen und somit Immunstimulation bewirkt, führen n-3-Fette in Form der Fischöle nachweislich zu einer gravierenden Verminderung solcher immunologischen Botenstoffe. Damit können sie die überschießende Immunreaktion der MS maßgeblich normalisieren. Linolsäure stimuliert die Bildung von gewebsschädigenden freien Radikalen, Omega-3-Fettsäuren können dagegen die Produktion solcher Radikale drosseln und selbst unschädlich machen.

Daraus ergeben sich diätetische Ratschläge für Multiple Sklerose-Patienten. Die bisher üblichen Empfehlungen zur Ernährung von MS-Patienten, wie vermehrt linolsäurereiche Pflanzenöle (z.B. Distelöl, Mais- oder Weizenkeimöl, Sonnenblumenöl), Diätmargarine, Nüsse u. ä. zu verzehren, sind abzulehnen. Olivenöl wiederum enthält zwar wenig Linolsäure, wirkt aber dennoch fast ebenso entzündungsfördernd wie die linolsäurereichen Öle (Keim- und Distelöl). Es ist also nicht als „neutral“ einzustufen.

Als wissenschaftlich unstrittig gelten folgende Ratschläge für Multiple Sklerose-Patienten:

  • Kost mit reichlich Obst und Gemüse sowie Einschränkung des Fleischverzehrs (Arachidonsäure)
  • Generell fettarme Lebensmittel bevorzugen, insbesondere auch bei Milchprodukten auf Fettarmut achten
  • Regelmäßiger Fischverzehr
  • Drastische Einschränkung linolsäurereicher Fette und Öle wie Distelöl, Mais- oder Weizenkeimöl, Sonnenblumenöl
  • Ergänzung der Ernährung durch Fischölkapseln und Antioxidantien

Diese Ernährungsregeln hat der MS-Spezialist Dr. med. Olaf Hebener in seiner Komplexen Ernährungs- und Stoffwechseltherapie manifestiert, die er im MS-Therapiezentrum in Hohen-Sülzen bei Worms mit großem Erfolg praktiziert. Aus eigenen Langzeiterfahrungen mit der diätetischen Behandlung von MS bei mehreren tausend Patienten aus aller Welt hat Dr. Hebener weitergehende Regeln abgeleitet, unter anderem die Verminderung des n-6-/n-3-Quotienten auf maximal 2:1, bei gleichzeitiger Senkung der zugeführten Linolsäure. Diese Empfehlung gilt im Übrigen offiziell für die japanische Gesamtbevölkerung zur maximalen Gesundheitsprävention.

Zur Ergänzung der Ernährung werden hochdosierte Fischöle (ca. 2000 mg EPA und DHA pro Tag) sowie natürliches Vitamin E (mindestens 1200 IE/Tag), Selen (200µg/Tag), B-Vitamine (insbesondere Folsäure, B1, B6 und B12) und Glukosaminoglykane empfohlen.

Das teilweise unterstellte Risiko durch eine Hochdosierung der eingesetzten Ergänzungsstoffe hat sich nicht bestätigt. Mehrere europäische Ernährungsgesellschaften und die Weltgesundheitsorganisation haben mit entsprechenden Richtwerten die Unbedenklichkeit einer Langzeitanwendung bescheinigt.

In einer repräsentativen Gruppe wurden die Ergebnisse der Anwendung einer solchen Diät bei MS-Patienten ausgewertet. Neben deutlich weniger „Schüben“ konnten auch beeindruckende langjährige Verbesserungen der neurologischen Schweregrade belegt werden. Das ist besonders bemerkenswert, weil die meisten MS-Patienten bei Beginn der Diättherapie bereits einem langjährigen chronischen Krankheitsverlauf zugeordnet werden mussten.

Die Ernährungsplanung sollte daher bei der MS endlich einen angemessenen Stellenwert erhalten. Umso mehr gilt diese Forderung für MS-Patienten, bei denen trotz absolvierter Basistherapien keine langfristige Stabilität erreicht wurde und die Notwendigkeit einer ganzheitlichen Therapieplanung besteht.

Weitere Infos unter: www.ms-therapiezentrum.de